Plug-and-Play statt Spezialverkabelung: Standard-API für BIPRO

Wie die Konzept & Marketing GmbH ihre BIPRO Architektur entkoppelt und über ein Standard-API mehr Eigenständigkeit in Entwicklung und Betrieb gewinnt.

Warum werden BIPRO Erweiterungen in der Praxis häufig aufwendiger, als es der Begriff „Standard“ vermuten lässt? Oft liegt die Antwort nicht in der Norm selbst, sondern in ihrer Einbettung in historisch gewachsene Systemlandschaften. Wenn BIPRO tief in Kernsysteme integriert ist, wird jede Erweiterung mühselig und erfordert umfassendes Normwissen. Die Konzept & Marketing GmbH (k+m) hat diesen Zusammenhang gezielt aufgelöst: mit einem Standard-API für BIPRO, die einen klaren Übergabepunkt zwischen Fachprozess und BIPRO Service schafft.

Wenn BIPRO zur Spezialverkabelung wird

Die Konzept & Marketing GmbH ist ein Produktanbieter mit Fokus auf Qualitätslösungen für den Markt. Mit dem stetigen Wachstum des Maklernetzwerks steigen auch die Anforderungen an standardisierte Dokumenten- und Datenflüsse. Genau hier zeigte sich die Grenze der bestehenden Architektur: BIPRO war funktional vorhanden, technisch jedoch als monolithische Anwendung im Einsatz.

Das hatte spürbare Auswirkungen: Updates waren aufwendig, fachliche Anpassungen kostenintensiv und die Einführung weiterer Normen nur mit spezialisiertem Know-how sinnvoll möglich. Was als Standard gedacht ist, wurde unter steigenden Anforderungen zunehmend zu einem individuellen Anpassungsprojekt, das immer häufiger Abstimmung mit externen Ressourcen und Eingriffe in gewachsene Systemstrukturen erforderte.

Das Standard-API für BIPRO als Schnittstelle für Plug-and-Play

k+m entschied sich daher bewusst für eine Zäsur der bestehenden Architektur und damit auch für eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten. Die fachlichen Geschäftsvorfälle entstehen weiterhin in den eigenen Kernsystemen.

Zentrale Schnittstelle ist das Standard-API der b-OX-Plattform. Sie versorgt die BIPRO Services mit den erforderlichen fachlichen Daten und Dokumenten aus den k+m-Kernsystemen. Auf dieser Basis übernimmt die Plattform die normkonforme Verarbeitung und Auslieferung an die angebundenen Vertriebspartner.

Diese Trennung ist eine standardisierte Steckverbindung. Anstatt BIPRO tief in die bestehende Systemlandschaft zu verankern, entsteht ein fester Übergabepunkt zwischen Fachprozess und BIPRO Service. Die Fachlichkeit verbleibt im Unternehmen, während die Normumsetzung technisch kapselbar, skalierbar und unabhängig von internen Release-Zyklen wird. BIPRO wird damit vom individuell verdrahteten Bestandteil zum modularen Service: flexibel, wartbar und erweiterbar.

„Wir sind nicht gewillt unser BIPRO Kernwissen aufzugeben, doch gerade bei Auslegung der Normen verlassen wir unsere Komfortzone und sind sehr froh in der b-tix einen Partner gefunden zu haben, der uns diese Tätigkeit abnimmt.“ beschreibt
Louis Heine, Bereichsverantwortlicher Anwendungsentwicklung der k+m, die Zielsetzung.

Strukturierte Ablösung statt Big Bang

Die architektonische Entscheidung allein löst noch keine Migration. Entscheidend ist, wie sich eine solche Transformation unter realen Betriebsbedingungen umsetzen lässt, ohne laufende Partnerkommunikation zu gefährden. Die Ablösung der bestehenden BIPRO Bestandsstruktur erfolgte daher bewusst nicht als technischer „Big Bang“, sondern schrittweise und kontrolliert.

Ziel war es, den laufenden Betrieb jederzeit sicherzustellen und Risiken für angebundene Vertriebspartner zu minimieren.

  1. Im ersten Schritt wurde die Zielarchitektur parallel zur bestehenden Lösung aufgebaut. Über eine vorgeschaltete Proxy- und Integrationsschicht konnten erste BIPRO Kommunikationen intern bereits über die neue Plattform geführt und technisch validiert werden. Für bestehende Partneranbindungen ändert sich in dieser Phase noch nichts; die bisherigen Kommunikationswege bleiben unverändert. So kann die neue Architektur geprüft werden, ohne den laufenden Betrieb zu belasten.
  2. Vertriebspartner haben nun die Möglichkeit die neuen Endpunkte zu nutzen – mit dem Mehrwert, direkt von weiteren Daten im Zuge der DIO+ und auch bald weiteren Normoptimierungen zu profitieren. Für die bisher angebundenen Partner bleibt der Umstellungsaufwand gering, da im Wesentlichen nur die Ziel-URL angepasst werden muss. Serviceumfang, fachliche Kommunikation und Nutzungserlebnis bleiben unverändert, da im Hintergrund die neue Architektur bereits zur Verfügung steht. Bestehende Identitäten, Berechtigungen und Kommunikationsbeziehungen können übernommen und nun sukzessive überführt werden.
  3. Im letzten Schritt erfolgt die fachliche Migration. Einzelne BIPRO Services werden gezielt aus dem Altsystem herausgelöst und durch entsprechende cloudbasierte Services ersetzt.
  4. Standardisierung bedeutete dabei nicht, individuelle Anforderungen auszublenden. Ein Beispiel ist die Synchronisation des Gelesen- beziehungsweise Quittierungsstatus von BIPRO Lieferungen mit Nachrichten, die parallel im eigenen Maklerportal bereitgestellt werden. Solche Anforderungen wurden nicht neben dem Standard gelöst, sondern über die Plattformarchitektur mit dem Standard-API und den bestehenden BIPRO Prozessen verbunden. So blieb der Kern standardisiert, während projektspezifische Anforderungen gezielt ergänzt werden konnten.

Schritt für Schritt entstand eine standardisierte Übergabestruktur, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Eigenständigkeit ist kein Nebeneffekt

Der vielleicht wichtigste Effekt liegt in der gewonnenen Umsetzungshoheit. Durch das klar dokumentierte Standard-API kann k+m große Teile der Umsetzung näher am eigenen Fach- und IT-Team realisieren. Anpassungen, Erweiterungen und neue Anwendungsfälle müssen nicht mehr automatisch als externes Spezialprojekt geplant werden.

Genau hier liegt der wirtschaftliche Hebel des Projekts: weniger externe Spezialentwicklung, kürzere Abstimmungswege und eine bessere Planbarkeit von Erweiterungen. Ein Standard-API für BIPRO senkt nicht nur Integrationskomplexität. Es reduziert auch Abhängigkeiten von einzelnen Experten und verschiebt Umsetzungshoheit zurück in die eigene Organisation.

Für mittelständische Häuser ist das oft der entscheidende Unterschied zwischen „BIPRO können“ und „BIPRO wirtschaftlich betreiben“. Das zeigt sich auch in der Weiterentwicklung. k+m kann die bestehende Transfer-Norm eigenständig um weitere Geschäftsvorfälle und Dokumente ergänzen – etwa dort, wo neben strukturierten Daten auch juristische Vertragswerke oder andere beratungsrelevante Inhalte benötigt werden. Damit veränderte sich auch die Projektlogik: Erweiterungen müssen nicht mehr grundsätzlich als externes Integrationsprojekt geplant werden, sondern können mit versicherungstechnischem Know-how und unabhängig von BIPRO Normwissen umgesetzt werden.

Was sich im Betrieb verändert hat

Architekturentscheidungen beweisen ihren Wert erst im operativen Betrieb. Genau dort zeigen sich die Vorteile der Entkopplung besonders deutlich:

  • Die Benutzer- und Partnerverwaltung verbleibt bei k+m, ebenso die Steuerung der Auslöselogiken.
  • Die b-OX Plattform übernimmt die normkonforme Verarbeitung, Authentifizierung und Verteilung der Lieferungen an angebundene Vertriebspartner.
  • Das k+m-eigene Identity-Management wurde über OpenID Connect angebunden; Security Token Service und TransferService sind Bestandteil der neuen Betriebsarchitektur.

Für den Betrieb bedeutet das: mehr Transparenz, weniger Eingriff in Kernsysteme. Lieferungen lassen sich zentral überwachen, Fehler gezielt analysieren und Geschäftsvorfälle bei Bedarf erneut ausliefern. Für k+m sind die zusätzlich verfügbaren Selfservices der b-OX neben dem reinen BIPRO Providing relevant.

„Im Tagesgeschäft profitieren wir von der gestiegenen Transparenz. Vor allem die Möglichkeit BIPRO Lieferungen für das Haus über die GUI der b-OX sichtbar zu machen, entlastet uns ungemein.“ stellt
Christoph Zander aus der Anwendungsentwicklung zum praktischen Nutzen fest.

Auch Updates oder Erweiterungen auf der BIPRO Seite wirken nicht mehr automatisch in tiefere Bestandssysteme hinein. Ergänzende Selfservices und eine Postbox-Funktion unterstützen die operative Entstörung und geben dem Fachbereich mehr Sichtbarkeit auf den Prozessstatus. Wo die Übergabestelle standardisiert ist, wird Wachstum planbarer.

Plug-and-Play mittels Standard-API für BIPRO ist ein übertragbares Muster

Die Umsetzung bei k+m zeigt ein Muster, das über das konkrete Projekt hinaus relevant ist: Nicht die Norm selbst erzeugt Komplexität, sondern ihre Einbettung in historisch gewachsene Architekturen. Wer BIPRO weiterhin monolithisch denkt, macht aus Standards schnell Sonderfälle. Ein Standard-API für BIPRO wirkt dementgegen. Es schafft einen dedinierten Übergang zwischen interner Fachlogik und externer Normkommunikation. Dadurch bleibt die Hoheit über Daten, Prozesse und Prioritäten im Unternehmen, während die technische Umsetzung der Norm klar gekapselt wird.

Hinzu kommt ein betrieblicher Effekt, der über die reine Migration hinausgeht: k+m profitiert im Plattformbetrieb regelmäßig von technischen und fachlichen Weiterentwicklungen, ohne diese selbst planen, entwickeln oder einführen zu müssen. So wird BIPRO nicht nur entkoppelt betrieben, sondern kontinuierlich weiterentwickelt – bei reduziertem eigenem Betriebs- und Wartungsaufwand.

Für Versicherer, Assekuradeure und Vertriebspartner ist das ein strategischer Punkt. Je stärker digitale Zusammenarbeit und fachliche Services zusammenwachsen, desto wichtiger werden Architekturen, die erweiterbar bleiben. Der k+m-Fall zeigt: Plug-and-Play entsteht nicht durch weniger Standardisierung, sondern durch den richtigen Übergabepunkt

Der Blick auf die weitere Kooperation und zusätzliche Mehrwerte

Auf dieser Basis planen k+m und b-tix, die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Die b-OX bietet dafür ein stabiles Fundament und integriert über die normkonforme BiPRO-Kommunikation hinaus zusätzliche digitale Services. Neben dem Dokumententransfer lassen sich perspektivisch weitere Prozesse aus den Bereichen Neugeschäft, Schadenmanagement oder Selfservices für B2B und B2C im Kontext Partner, Vertrag oder Schaden auf derselben Plattform bündeln.

Gleichzeitig ist k+m in der Lage, die bestehende BiPRO-Transfernorm eigenständig um weitere Geschäftsvorfälle und Dokumente zu erweitern, beispielsweise um juristische Vertragswerke, wie sie im Blogbeitrag „Informationslücke in der Beratung: Wenn Daten nicht mehr reichen“ beschrieben sind. Für k+m entsteht so eine zukunftssichere Architektur, die Wachstum unterstützt und gleichzeitig operative Komplexität reduziert.

Einen strategischen Ansatz für die praktische Norm-Umsetzung und eine ganzheitliche Vertriebsunterstützung haben wir in unserem Blog-Beitrag „How to Eat an Elephant – Ganzheitliche Vertriebsunterstützung auf Basis von BiPRO“ beschrieben. Dort zeigen wir, wie strukturierte Prozesse, standardisierte Schnittstellen und digitale Dokumentenbereitstellung zusammenwirken.

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.

Ihr Ansprechpartner für Standard-API und BIPRO

Marcel Keller verantwortet bei der b-tix GmbH als Key-Account-Manager die Beratung von Interessenten und Kunden zur Digitalisierung der externen Zusammenarbeit und bringt dabei über 11 Jahre Erfahrung in der Digitalisierung der Versicherungswirtschaft ein.

Bild von Marcel Keller als Ansprechpartner